Hallenbäder im Berner Oberland

Im Artikel vom Berner Oberländer (http://www.espace.ch/artikel_258368.html ) wird die Problematik der Hallenbäder im Berner Oberland umschrieben. Viele Gemeinden im Berner Oberland verfügen über ein eigenes Hallenbad und sind nun mit identischen Themen konfrontiert:
1) wie finanziert man die Ersatzinvestitionen und die Betreiberkosten
2) gibt es Umnutzungsmöglichkeiten (welche wiederum mit Investitionen verbunden sind)

Ich frage mich, ob es Sinn macht im Berner Oberland mit beschränktem Einzugsgebiet eine solche stattliche Anzahl Hallenbäder zu betreiben. Würde man hier betriebswirtschaftlich denken und wären die Hallenbäder der freien Marktwirtschaft unterstellt, gäbe es sicherlich viel weniger solcher Einrichtungen.

Ich habe mich im Winter 2005 mit dem gegründeten KAES (Komitee für einen angemessenen Steuereinsatz) klar gegen die damalige Bödelibad Vorlage (www.boedelibad.ch) eingesetzt. In den drei Gemeinden (Interlaken, Matten und Unterseen) wurde dieser Vorlage klar zugestimmt. Die Bevölkerung willigte einer Leistungsvereinbarung ein, die eine Unterstützung des Bödelibades von 6.2 Mio. Fr. während 10 Jahren vorsah. Mir persönlich wurden Interessenskonflikte vorgeworfen, da ich als VR Präsident der Go Sports AG ein Konkurrent des Bödelibades war und bin.
Hier kann man klar festhalten, dass das Betreiben eines Hallenbades als „Service Public“ angesehen werden kann und im Endeffekt eine klare politische Entscheidung ist. Ob Sinn oder Unsinn spielt am Ende gar keine Rolle: der Souverän (das Volk) entscheidet ob es bereit ist ein Budget für die Subventionierung solcher Bäder zu sprechen. Hier spielen dann oft emotionale Argumente wie: der lokale Schwimmclub braucht schliesslich die Anlage oder die Touristen. Zu betonen bleibt auch, dass gerade viele Hotels grosse Investitionen in Wellnessanlagen tätigen und so ebenfalls vergleichbare Angebote aufbauen (natürlich nicht mit einem 25m Schwimmbecken).

Es ist zu hoffen, dass nicht in der Hoffnung von Zusatzfrequenzen waghalsige Ausbau- und Umnutzungsinvestitionen getätigt werden. Solche Investitionen birgen unternehmerisches Risiko, welches am Schluss vom Steuerzahler getragen werden muss. Im Falle des Bödelibades konkurrenziert ein Teil des Angebotes auch private Anbieter (wie die Go Sports AG).

Wie dem auch sei: jeder Gemeinde sein eigenes Hallenbad!

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4 Gedanken zu “Hallenbäder im Berner Oberland

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