Kommt Lidl oder nicht?

Lidl hat neulich den Standort der ehemaligen Grossniklaus AG in Interlaken gekauft. Durch den Kauf des Standortes wurde die operative Tätigkeit der Grossniklaus AG eingestellt, ein wichtiges KMU und Arbeitgeber aus der Region war weg. Über die entsprechenden Pläne von Lidl wurde auch in der Jungfrauzeitung berichtet.

Nun sollte uns aber folgendes klar sein: Lidl hat diverse Standorte in der Schweiz akquiriert und dies aus ihrem „Kaffeekässeli“. Und noch wichtiger: Lidl hat bis heute keine Logistik in der Schweiz aufgebaut, um die diversen neu zu erstellenden Läden zu bedienen. Gerade die Logistik aber ist mit riesigen Investitionen verbunden, man sprich von höheren 2 bis 3-stelligen Millionenbeträgen für die Realisierung und den Aufbau einer entsprechenden Logistik.

Ich hatte ein sehr spannendes Gespräch mit einem Geschäftsleitungsmitglied eines Milliarden-schweren-Detailhandelskonzern in der Schweiz. Er meinte, dass Lidl wohl kaum in der Schweiz Fuss fassen wird. Aus seiner Praxis berichtete er folgendes: Standorte zu akquirieren ist das Eine, eine Logistik auf zu bauen und den Markteintritt zu realisieren aber das Andere. Sprich der Besitz von Standorten heisst noch lange nicht, dass dann ein effektiver Markteintritt erfolgt. Diese Denkensart zu verstehen ist auch wichtig für den Standort Interlaken.

Interessieren würde mich, ob in den entsprechenden Kaufverträgen für das Grossniklaus AG Grundstück noch allfälligen Optionen enthalten sind. Solche Optionen könnten bis zu einem Rücktrittsrecht gehen.

Egal ob Eurospar, Aldi, LANDI, Denner, Migros, Coop oder Lidl – Konkurrenz belebt den Standort Interlaken.

Ich wünsche mir für Interlaken immer noch einen Burgerking mit einem „Drive-In“. Leider scheint im Moment nichts im Gange zu sein für die Realisierung eines Burgerkings in der Region.

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