M&A für Dummies, zimtkorn Blog Beitrag, 20. August 2005

Jeder Jungunternehmer/Unternehmer muss sich einmal damit auseinandersetzten was er nach dem Burnout mit seiner company so anstellt, will man es dann seinen Nachfolgern (Kindern etc.) weitergeben (klassischer KMU Fall), will man möglichst schnell einen Exit realisieren (z. B. durch einen IPO oder DPO) oder will man sein Baby dann einmal verkaufen (dann wäre eben M & A relevant). Eins ist klar, wir alle leben nicht ewig und deshalb ist die Frage, was nach der aktiven Zeit des Gründerteams mit der company passiert sehr relevant – insbesondere dann, wenn man seine company nicht als Nebenverdienst sieht und nachhaltigen Mehrwert nicht nur für sich selber, sondern für alle Stakeholder schaffen will, ansonsten kann man ja dann sein Ding auch einfach liquidieren (was übrigens auch mit einigen Kosten verbunden ist, je nach Rechtsform der Unternehmung).

 

Nun, ich werden nun einige Erfahrungen von mir im M & A Bereich aufzeigen und dabei meine Learnings erklären, damit Ihr (liebe Leser), einen möglichst geilen Deal zustande bringt. Meine M & A Erfahrungen sind aber nur im Bereich „Mikro/Small“ von Unternehmungen relevant, ob und wie es bei grösseren M & A Transaktionen ausschaut kann ich zuwenig beurteilen.

 

1 Lektion – Unternehmensbewertung: Es gibt sehr viele verschiedene Varianten eine Unternehmung zu bewerten, z. B. die DCF Methode, die DDM Methode, der Substanzwert, der Liquidationswert und der Fortführungswert. Logischerweise, will der Verkäufer einen möglichst hohen Preis erzielen und der Käufer einen möglichst tiefen Preis. Deshalb mein Ratschlag: Kaufe eine Unternehmung zum Liquidationswert und verkaufe sie zu einem DCF Wert, der auf zukünftigen FCF`s beruht! Schaue Dir die Bilanz (jeweils per 31.12) und die Zwischenbilanz (sollte möglichst aktuell sein) gut an. Suche nach Unregelmässigkeiten in den Debitorenbeständen, nach Klumpenrisiken, durchforste aber auch alle anderen Aktiv- und Passivposten. Frage nach stillen Reserven! Schau Dir den Geschäftsverlauf der letzten Jahre an in der Erfolgsrechnung. Gibt es starke Umsatzschwankungen? Kann man einen Trend feststellen? Schau Dir die Branche gut an? Ist es eine Branche mit starken Wachstumsraten oder ist die Branche in einer Konsolidierungsphase? Mit was für einem Wachstum kann man realistisch betrachtet rechnen? Gibt es ungenutzte Einsparungsmöglichkeiten und Synergiepotentiale? Schau Dir das Gründerteam an, oder die bestehende Geschäftsleitung? Du kannst von Ihren Fähigkeiten darauf schliessen, wie die Unternehmung bisher geführt wurde. Du darfst nie eine Unternehmung unter Druck verkaufen oder kaufen, dass kommt ganz schlecht! Erstelle einen Businessplan und ermittle den Kapitalbedarf für die Übernahme und Neuorientierung der Unternehmung.

 

2 Lektion – Steuerrecht: bei einem Unternehmensverkauf sollte man darauf achten, dass zwingend eine Regelung im Kaufsvertrag enthalten sein sollte, wonach stille Reserven und die Beteiligungen während einer Sperrfrist von 5 Jahren nicht weiterveräussert werden dürfen, da sonst für den Verkäufer eine unvorteilhafte steuerrechtliche Belastung entsteht. Als Käufer sollte man darauf achten, dass man das latente Steuersubstrat als Preisabschlag in der Kaufssumme einkalkuliert. Es ist von Vorteil auch bei kleinen M & A Deals, immer einen Steuerrechts-Spezialisten und einen Juristen „on board“ zu haben, denn gerade in diesen beiden Feldern gibt es viele Tücken. Ich nenne an dieser Stellung insbesondere die Tatbestände der Steuerumgehung: indirekte Teilliquidation und Transponierung.

 

3 Lektion – Finanziere den Deal als Käufer aus dem Cashflow der gekauften Unternehmung. Es ist das beste einen Deal aus dem Cashflow der gekauften Unternehmung zu finanzieren, die gekaufte Unternehmung nur mit einem minimalen Eigenkapital auszustatten (Achtung Lektion 2, indirekte Teilliquidation). Lass Deine Familie aus dem Spiel, die Finanzierung über die 4 F`s (Familiy, Fools, Friends and so on) ist scheisse! Denn stell Dir vor, Du verspielst das Geld Deiner Familie oder Deiner Freundin, dann hast Du den Krieg auch noch in Deinem Privatleben – das muss nicht sein!

 

4 Lektion – verkaufe dann, wenn deine Unternehmung einen sehr positiven Cashflow hat, gute Zukunftserwartungen und alle Dir sagen: Du bist blöd, wenn Du jetzt Deine Unternehmung verkaufst. Ja dann musst Du verkaufen! Denn, wie wir in Lektion 1 gelernt haben, verkaufen wir die Unternehmung nur zum DCF bewertet und da sind eben diese sehr positiven Zukunftserwartungen schon im Unternehmenswert vorweg genommen und du kannst durch den Verkauf einen Gewinn realisieren, der eigentlich erst in der Zukunft erzielt werden wird (das DCF Problem und die vielen New Economy Firmen lassen grüssen).

 

5 Lektion – plane Dein Leben nach dem Kauf/Verkauf der Unternehmung. Sonst fällst du noch in ein Loch!

 

Na ja, dies einmal eine nicht abschliessende Liste von mir über das Thema M & A. Wobei diese Liste noch zu ergänzen wäre….

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Ein Gedanke zu “M&A für Dummies, zimtkorn Blog Beitrag, 20. August 2005

  1. Fande den Text an machen Stellen recht interessant, hätte es mir nur gerne etwas ausführlicher gewünscht und die Formulierung lässt manchmal etwas zu wünschen übrig. Aber an und für sich sehr interessant!

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