Philippe`s survival Unternehmer Guide, zimtkorn blog Beitrag, 7. Juli 2005

Philippe bringt an dieser Stelle wichtige Ratschläge für Jungunternehmer ein. Was sollte man als Jungunternehmer nicht machen, was schon?

Philippe sagt:

1. Mach alles selber was Du selber machen kannst. Wenn was besonders gut gemacht werden soll, mach es selber. Delegieren heisst meistens, dass es jemand anders schlechter als Du machst.

2. Mitarbeiter sind in den meisten Fällen “Arbeiter”. Die wollen Ende Monat einen fixen Lohn, um 17.00 aus dem Büro und dann NICHTS mehr mit der Firma oder Job zu tun haben. Mitarbeiter sind in den meisten Fällen das pure Gegenteil eines Unternehmers. Leute anstellen bedeutet höhere Fixkosten und mehr Umtriebe, ein erhöhter Koordinationsaufwand. Als überleg Dir gut, ob es sich lohnt einige Mitarbeiter anzustellen.

3. Als Jungunternehmer hat man immer zuwenig Geld, gewöhne Dich dran. Kürze auch gleich Dein privates Budget, gebe privat wie auch in der Firma nicht viel Geld aus. Das Geld ist schneller ausgegeben als es eingenommen werden kann. Geld ist die knappeste Ressource eines Jungunternehmers, also geh “nett” mit dem wenigen um das Du hast.

4. Such Dir ein paar wenige aber gute Freunde, damit Du sozial nicht vereinsamst. Streiche alles andere, es ist eh nicht möglich alle Kollegen und den ganzen Freundeskreis als Jungunternehmer zu behalten. Eine weitere Ressource ist als Jungunternehmer knapp: die ZEIT. Du hast zuwenig davon, deshalb konzentriere Dich auf wenige aber gute Freundschaften.

5. Nimm Dir Samstag und Sonntag Zeit für Dich selber, ansonsten bis Du nach 2 Jahren “Burn Out”. Samstag und der Sonntag sollten wenn es irgendwie geht heillig sein.

6. Sei misstrauisch. Wir hatten bei der zimtkorn GmbH Debitorenfristen von bis zu 90 Tagen. Lass Dich nicht als Lieferantenkreditgeber missbrauchen, mahne Deine Kunden (selbst wenn Sie zu Deiner Familie gehören).

7. Sei nicht zu freundlich, gebe keine Rabatte, mache eine konsistente Preispolitik. Sonst wirst Du ausgenutzt. Wenn Du einer Person einen Rabatt gibst, musst Du allen einen Rabatt geben.

8. Während den ersten Jahren Deines Lebens als Jungunternehmer wirst Du fast keine oder nur sehr wenige Ferien haben, gewöhne Dich daran und nimms Locker.

9. Nimms locker und behalte einen Humor. Konkurs zu gehen ist nicht schlimm, dass ist den meisten entweder fast oder richtig passiert. Wenn es einmal nicht funktioniert, probiers ein zweites Mal.

10. Ein guter Unternehmer ist eine harte Nuss. Er setzt sich ein Ziel und verfolgt es verbissen. Auf dem Weg muss er so flexibel sein und seine Strategie von Zeit zu zeit anpassen, aber das Ziel bleibt – denn dort will man hin, der Weg kann auch nicht linear verlaufen. Was solls?

11. Nimm Dich selber nicht zu ernst! Deine Verwandten werden Dir nicht den Friedensnobelpreis geben, wenn Du ihnen sagst, Du seiest Jungunternehmer. Im Gegenteil werden ein paar neidisch sein und Dich hassen (selbst wenn Du keinen Erfolg hast). Einigen genügt bereits die Möglichkeit, dass du Erfolg haben könntest, um auf Dich neidisch zu sein. Nimms easy!

12. Schreib auf Deine Visitenkarte nicht CEO! Sonst kommt ein richtiger CEO (mit 3000 Mitarbeitern) und fragt Dich wieviele Mitarbeiter Du hast. Anstatt CEO wären Bezeichnungen wie “Partner” oder “Geschäftsführer” angebracht.

13. Networke was das Zeugs hält. Wie ich jeweils zu sagen pflege: “Es macht nichts, wenn Du Deinen Arsch hinhalten musst, die Hauptsache du vergrösserst Dein Netzwerk und verkaufst (egal was).”

14. Nur looser sagen, wieviel Umsatz sie machen in der company.

15. Überleg Dir gut, wenn Du einen Mitarbeiter anstellst. Schau das die Probezeit nicht zu kurz ist. Teste Deine Leute auf Belastbarkeit und Engagement. Vergiss die Pisser vom RAV. Auch die Einarbeitungszuschüsse sind an Konditionen gebunden und diesen Paperwork mit dem RAV kann man sich ersparen.

16. Verkaufen heisst, sich zu prostituieren. Egal wie, die Hauptsache ist, dass du verkaufst.

17. Wähl Dir ein Business aus, dass du “multiplizieren” kannst. Sprich etwas wo Du dich selber “überflüssig” machen kannst, irgendeinmal darf Dein Business nicht mehr an Deiner Person hängen, ansonsten hast Du versagt. (Ausser du willst Dich ein Leben lang abarbeiten). Gerade Consulting- und konventionelle Dienstleistungsfirmen haben mühe Ihr Geschäftsmodell zu multiplizieren.

18. Meide Treffen mit Deinem Hausarzt, sein Feedback wird so oder so nicht aufbauend sein.

19. Mach Sport und ernähre Dich einigermassen gut, keiner will ne fette Sau als Unternehmer haben.

20. Vergiss die Insel, das schöne Auto und das viele Geld, Jungunternehmer oder Unternehmer zu sein, ist harte Knochenarbeit.

21. An alle Uniabgänger: wenn Ihr gleich nach Eurem Studium fett Kohle verdienen wollt, vergesst es gleich von Anfang an Euch selbstständig zu machen. Jungunternehmer verdienen in den meisten Fällen sehr sehr schlecht. (damit meine ich ein Lohn zwischen 2000 und 3000 Fr.). Kurzfristig verdient man als Jungunternehmer sehr schlecht, mittelfristig bei Erfolg gut und langfristig bei richtigem Erfolg vielleicht sehr gut.

22. Eine Putzfrau kostet Geld (also streichen), repräsentative Büros sind sau teuer (auch wenn es Die Potenz der Eigentümer steigert).

In diesem Sinne “good luck”! Möge Die Macht mit Euch sein…

Wir sehen uns vielleicht auf dem “Schlachtfeld” der Wirtschaft!

Philippe

Advertisements
Allgemein

2 Gedanken zu “Philippe`s survival Unternehmer Guide, zimtkorn blog Beitrag, 7. Juli 2005

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.