Bedienungsanleitung für „möchte gern Politiker“

Nach einem kurzen Aufenthalt im Bayrischen Wald und der bestandenen „Platzreife“ im Golf, schreibe ich nun wieder wie gewohnt meine populären Blogbeiträge. Neu habe ich eine Kategorie „Politik“ in meinem Blog, da ich aufgrund des Wahljahres 2007 wieder vermehrt über das Thema Politik schreiben möchte. Ich möchte an dieser Stelle eine Bedienungsanleitung für „möchte gern Politiker“ erstellen oder anders formuliert für „Menschen mit politischen Ambitionen“. Am Anfang dieses Themas stellt sich die Frage: „Wie und von wem werde ich gewählt?“, welche Indikatoren sind für das Wahlverhalten der Menschen entscheidend. Gibt es überhaupt solche Indikatoren? Meiner Meinung nach gibt es durchaus Indikatoren, welche bestimmend für das Wahlergebnis einer bestimmten Person sind, die wären dann:

1) Popularitätsgrad einer Person: Voraussetzung für das Wahlergebnis einer Person ist zunächst, dass man eine Person kennt. Zumindest den Namen schon mal gehört hat oder noch besser eine Person persönlich kennt. Den Popularitätsgrad einer Person kann man relativ einfach bestimmen: man nehme eine klar definierte Stichprobe (Auswahl von bestimmten Bevölkerungsgruppen) und befrage diese nach der Person. Kriterien sind hier: Mitgliedschaft in Vereinen, in Service Clubs, in Verbänden oder in sonstigen Institutionen, natürlich spielt auch die Medienpräsenz eine durchaus wichtige Rolle. Polarisierung kann ein Vorteil aber auch ein Nachteil sein, wichtig ist, dass man einen eigenen „Fanclub“ aufbauen kann.

2) Glaubwürdigkeit einer Person: Die Glaubwürdigkeit definiert sich durch die Wahrnehmung der Bevölkerung und dem „Match“ von Fähigkeiten und Person in Bezug auf ein bestimmtes Amt oder einen politischen Posten. Entscheidend ist nicht die effektive Qualifizierung anhand von Kriterien, sondern nur die Wahrnehmung der Bevölkerung und des zutreffenden „Matches“ in ihrer Wahrnehmung.

3) Mobilisierungsfähigkeit: Wer schon einmal Leute mobilisieren musste für eine Vorlage, eine Abstimmung oder eine Gemeindeversammlung, weiss wie schwer das ist. 20 Leute kann man schnell noch mal mobilisieren, 100 oder mehr wird schon schwierig. Hier spielen dann wieder Vereine, Interessensgruppen mit hohem Emotionalisierungsgrad eine hohe und wichtige Rolle. Selbst mit einem hohen Popularitätsgrad aber geringem Mobilisierungsgrad kann man keine Abstimmung oder Wahl gewinnen.

4) Parteizugehörigkeit: Partei intern muss man sich profilieren. Sei es um „zuoberst“ auf die Liste zu kommen oder um sonstige Anliegen durch zu bringen.

Dies mal eine nicht abschliessende Auflistung für Indikatoren, welche die „Erfolgswahrscheinlichkeit“ bei einer Wahl beeinflussen. Interessant ist sicherlich auch der Einsatz vom Internet und Internetwerbung, Blogs etc. bei Wahlen. Hier liegt sicherlich ein grosses Potential. Dieses Potential sehe ich aber nicht bei der sachlichen Vorlagen oder Inhaltediskussion, sondern eher bei der Emotionalisierung, Vermittlung von Authentizität und „nahe einer Person“. Hier können sicherlich interessante Wählerpotentiale generiert werden, nicht auf kommunaler Ebene, sondern eher auf kantonaler oder gar nationaler Ebene.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich komplett hin und weg von der neuen website von thomas fuchs (nationalratskandidat) bin, diese video clips birgen einen grossen unterhaltungswert.

Lustige Kommentare zu Thomas Fuchs Website:

1) http://blog.jacomet.ch/?p=335

2) Anti SVP Blog  

Interessante Links zum Thema:

Forum Politik, ignoranz.ch
Interessanter Zeitungsartikel, Tagesanzeiger

Moritz Leuenberger Blog

Erich Hess Website

Super Mega Geile Website von Thomas Fuchs (Nationalratskandidat) mit Clips

Politik 2.o Auflistung von zimtkorn

Viva la revolution!

3 Gedanken zu “Bedienungsanleitung für „möchte gern Politiker“

  1. Cool, auf jeden Fall eine der ersten wirklich multimedialen und interaktiven Politiker-Sites!

    Ganz so weit muesstest Du wahrscheinlich nicht gehen, wenn Du Ambitionen fuer den Interlakner Gemeinderat haettest..🙂

  2. adrian: matten (mein wohnort) ist eine eigene gemeinde, interlaken ist eine eigene gemeinde, unterseen eine eigene gemeinde etc. obwohl sie alle auf dem gleichen delta sind… gemeindefusions bemühungen werden von der burgergemeinde matten abgelehnt… 2009 wird es voraussichtlich wieder eine abstimmung geben…

    nur so als korrektur…

    politische ambitionen habe ich immer noch keine….

  3. Hm. Vermutlich liegt da das Problem mit der deutschen Politik, sie fangen mit dem an, was zuletzt kommt. Ich dachte, zuerst einmal muss ich ein Anliegen haben, dass ich durch meine politische Aktivität verändern möchte? Und wenn ich dieses Anliegen überzeugend vertrete und es auch das Anliegen von vielen anderen ist, dann kommt doch der Rest von allein? Schwierig ist es vielleicht nur dann, Leute zu motivieren, wenn der Hauptgrund darin besteht, dass ich Politiker werden will…

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