Valuation von einem Start Up – im Seed Bereich

Als Mitgründer von TrekkSoft habe ich bereits zwei Finanzierungsrunden miterlebt und habe einen Einblick in die Welt der Start Ups erhalten. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Valuation von einem Start Up zumindest in der Anfangsphase kaum auf den gängigen Methoden wie DCF Methode (Discounted Cashflow) oder ähnlichen rein finanziellen Betrachtungsmethoden basiert. Vielmehr ist eine Valuation gebunden an die Zukunftserwartungen und an den Markt – gewisse Märkte und Industrien versprechen grössere Ertragschancen als andere und ermöglichen eine Skalierung eines Geschäftsmodelles, wiederum andere sind eher ungeeignet. Gewisse Märkte sind teilweise auch kurz davor „disrupted“ zu werden und entspreched stark sind dann solche Bereiche gesucht. Natürlich ist auch das Gründerteam sehr wichtig (quasi als Anker des Investments) und natürlich das gebaute Produkt oder die bereits gestartete Firma.

Die Seed-Finanzierungsrunde
Da es insbesondere für die erste Finanzierungsrunde meistens doch recht viele Konkurrenten auf dem Markt hat, ist es wichtig, dass man hier aus der Konkurrenz an Ideen und Teams heraussticht. In dieser Phase muss man an alle Start Up Events gehen und viel – ja sehr viel – präsentieren (pitchen). Je nach Event bekommt man dann seine 3 Minuten und man muss kurz und bündig sein Business präsentieren können. Man lernt sehr viele Menschen kennen, zum Einen andere Start Ups und zum Anderen Business Angels und VCs (Venture Capitalists). Zudem diverse Förderer und Interessensvertreter aller Art. In der Schweiz hat es an solchen Anlässen meistens viele Biotech und Medtech Firmen, ICT Firmen sind eher selten. In dieser Phase muss man seinen Kapitalbedarf kennen, der in diesem Fall zwingend auf einem Businessplan aufbauen muss. Es gibt eine sog. „Pre-Money-Valuation“ und eine „Post-Money Valuation„, einfach kann man das so darstellen:

„Pre-Money-Valuation“ + Kapitalbedarf der Runde = „Post Money Valuation“

Meistens wird den Investoren mindestens eine einfache (1x) Liquidationspräferenz gewährt (amerikanische Investoren haben teilweise eine mehrfache Liquidationspräferenz) und es wird zwischen „Gründer Aktien“ und „Investoren Aktien“ differenziert. Der Netto-Erlös als Gründer bei dem von allen ersehnten „Exit“ (Verkauf der Firma) berechnet sich als Gründer dann effektiv so (unter der Annahme einer Liquidationspräferenz):

Verkaufserlös – Investment Investoren = aufzuteilender Erlös

und danach vom aufzuteilenden Erlös der Aktienanteil in % vom Post-Money-Wert. Wichtig gilt es fest zu halten, dass nicht alle Aktionäre gleich behandelt werden. Die „Investoren Aktien“ erhalten bei einer Liquidationspräferenz immer zuerst ihr Geld und danach wird aufgrund des effektiven Anteils der restliche Verkaufserlös verteilt. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Verkaufserlös eher gering ausfällt im Verhältnis zum Investment der Investoren. Dann gehen die Gründer mit einem tiefen Wert nach Hause, da zuerst die Investoren bedient werden. An sich aber auch eine faire Sache, da ja die Investoren Ihr Geld investieren und sich hierbei eine überproporationale Rendite erhoffen. Nicht nur die Valuation eines Start Ups ist relevant, sondern auch die Aktionärsbestimmungen. Die Aktionärsbestimmungen an sich, sind stoff genug für einen separaten Blogbeitrag. In der Regel gibt es zwei relevante Verträge den ABV (Aktionärsbindungsvertrag) und den Beteiligungsvertrag. Vorgängig wird in der Regel ein sog. Term-Sheet unterschrieben, welche die wichtigsten Eckpunkte des Beteiligungsvertrages umschreibt.

In der Schweiz ist für die Seed Runde an sich genügend Geld da – hier kann das Schweizer Ecosystem gut mithalten. Wichtig wäre es als Gründer im Best Case darauf zu achten, nicht nur Geld zu organisieren für die Finanzierungsrunde, sondern im besten Fall gleich noch sog. „smart money“. Dies sind in der Regel erfahrene Investoren in einem Bereich – z. B. in einer Industrie oder in einem wichtigen Know How Bereich für eine Firma. Wir zum Beispiel bei TrekkSoft haben uns mit Adrian Locher von DeinDeal.ch einen erfahrenen Spezialisten im Bereich von Sales geholt.